Der Ayurveda-Kompass: Basics 2.Teil

Alle, Ayurveda | 19. Oktober 2021  | Iris Leitner | 0

Im zweiten Teil des Ayurveda-Kompass erfährst Du, was die Doshas für Dich und Dein Leben bedeuten und wie Du Dich und die Doshas zukünftig ausbalancieren kannst. Wenn Du wissen möchtest, was es grundsätzlich mit den Doshas auf sich hat, lies Dir den vorigen Beitrag durch.

Wie wirken die Doshas im Körper?

Vielleicht ist Dir im ersten Teil aufgefallen, dass die Konsistenz von Kapha über Pitta bis Vata immer feinstofflicher geworden ist: Kapha ist fest und greifbar. Die Hitze von Pitta kanst Du spüren, wenn Du ins Feuer fasst. Die leichte Beschaffenheit von Vata ist hingegen sehr subtil und flüchtig. Versuch mal Luft anzufassen.

Stark vereinfacht kannst Du Dir die Aufgaben von Vata, Pitta und Kapha im Körper so vorstellen:

KAPHA

Erde & Wasser


Halt und Struktur

Alles, was man anfassen kann: Knochen, Muskeln, Organe.

PITTA

Feuer & Wasser


Stoffwechsel und Verdauung

Nährstoffe aufspalten und aufnehmen.

VATA

Luft & Raum


Bewegung

Alles, was sich bewegt oder hohl ist: Gedanken und Nervenimpulse. Der Raum in den Organen.

Daran erkennst Du, warum wir alle drei Doshas brauchen, um leben zu können.

Das ist erst mal nur eine sehr grobe Beschreibung. Die Doshas äußern sich natürlich in allen Deinen körperlichen und mental-emotionalen Merkmalen. Jede einzelne Deiner Zellen hat Vata-Pitta-und Kapha-Aufgaben und Bestandteile.

Haben alle Menschen die gleichen Doshas?

Ja, aber die Verteilung ist unterschiedlich.

Sie wird bereits bei Deiner Zeugung durch die Gene der Eltern festgelegt, ist aber nichts Starres. Die Verteilung verändert sich im Lauf der Zeit durch Deinen Lebenswandel. Es kann sein, dass die Doshas mit der Zeit aus dem Gleichgewicht geraten, weil Du zu lange gegen Deine natürlichen Bedürfnisse lebst.
Das nennen wir eine Dysbalance. Auf Dauer entwickeln sich daraus Krankheiten. Aber wir können ja dank Ayurveda rechtzeitig gegensteuern.
 
Deine Ur-Dosha-Verteilung (Geburts-Konstitution) ist nicht so leicht herauzufinden. Dazu braucht es eine/ einen erfahrene Ayurveda-Mediziner*in oder Therapeut*in, die Dich über längere Zeit begleitet.

Deine momentane Dosha-Verteilung (Ist-Zustand) können wir gemeinsam im Rahmen eines Coachings feststellen. Mit dem Wissen um die Doshas kannst Du Dich auch selbst genau beobachten, das braucht aber ein bisschen Erfahrung. Zur Unterstützung kannst Du einen Dosha-Selbsttest machen, der gibt Dir in der Regel allerdings nur einen groben Anhaltspunkt.

Was wirkt sich auf meine Doshas aus?

Diese Frage ist ganz leicht zu beantworten: ALLES!

Der ganze Kosmos wird von den Doshas belebt, sie wirken immer und überall auf Dich.
Doshas wirken z.B. durch das Klima. Stell Dir vor:
Wie fühlst Du Dich an einem kalten, stürmischen Herbsttag (Vata)?
Wie geht es Dir an einem Hochsommertag bei 34 Grad (Pitta)?
Oder im Februar, wenn Du Dich durch den Schneematsch (Kapha) zur Arbeit kämpfst?

Die ayurvedischen Prinzipien findest Du in allen Lebensbereichen wieder: Nahrungsmittel zum Beispiel haben Vata-Pitta-oder Kapha-Eigenschaften. Jede Tageszeit, jede Jahreszeit und die unterschiedlichen Lebensphasen haben eine bestimmte Dosha-Qualität. Genauso wie die Landschaft oder der Sport, den Du machst, Deine Arbeit oder die verschiedenen Phasen Deines Zyklus. Alles hat eine bestimmte Eigenschaft und trifft auf Deine individuelle Dosha-Konstellation. Damit kann etwas verstärkt oder abgeschwächt werden.

Wie kann ich die Doshas ausbalancieren?

Das Prinzip dahinter ist simpel: Gegensätze gleichen sich aus, Gleiches verstärkt sich!

Dafür schauen wir uns die Eigenschaften der Doshas und Elemente an. Somit können wir sehr gut gegensteuern.
Im Sommer gehen wir z.B. in den Schatten und trinken Wasser mit kühlenden Kräutern wie Minze oder einem Schuss Zitrone. Im Winter hingegen suchen wir die Sonne, weil es im Schatten zu kalt ist. Unser Körper freut sich über einen Chai-Tee aus wärmenden Gewürzen mit Zimt, Nelke und Kardamom. So einfach, oder?

Zu guter Letzt: Was nehme ich mit?

Unser Alltag ist sehr schnelllebig geworden. Ayurvedisch interpretiert heißt das, unser Leben wird von Pitta und Vata dominiert. Das ist der Grund, warum sich viele Menschen heutzutage überfordert und ausgebrannt fühlen oder ständig müde sind.

Im Sinne der Balance lade ich Dich deshalb zu einem ganz kurzen Kapha-Moment ein: Atme einmal tief in den Bauch ein und gaaaanz langsam aus. Spüre Deinen Körper. Genieße wie sich Ruhe in Dir ausbreitet. Lass all die neuen Informationen setzen und überlege, was Du davon mitnehmen möchtest.

Ich hoffe, Du hast Lust bekommen, ab sofort die ayurvedische Brille aufzusetzen und Vata, Pitta und Kapha in Deinem Alltag aufzuspüren!

Du bist neugierig auf Deine individuelle Dosha-Konstellation und wie Du Dich ausbalancieren kannst?
Vereinbare hier ein kostenloses Vorgespräch für ein Coaching nach den ayurvedischen Prinzipien.

 Viel Spaß und viele Aha-Momente wünscht Dir  Iris