Ayurveda Cleanse: leicht wie eine Feder…

Alle, Ayurveda, Ernährung, Lifestyle | 10. April 2022  | Iris Leitner | 0

Wie Du Dich mit Ayurveda auf allen Ebenen entlastest!

Eine einwöchige Reinigungskur zu Hause

Frühjahrskur, Fasten, Detox ... das sind Begriffe, die Dir im Frühling häufiger als sonst begegnen. Im Ayurveda spielt Reinigung eine sehr zentrale Rolle, sowohl in den alltäglichen Routinen als auch in der Therapie.
So ein Cleanse, wie dies im Ayurveda genannt wird, ist eine mehrtägige Reinigungskur, die Jede für sich zu Hause durchführen kann. Ich habe sie als Online-Programm gemacht mit einem Live-Termin über Zoom für unsere Fragen.
So eine Reinigung wird zum Wechsel der Jahreszeiten empfohlen. Damit soll vermieden werden, dass wir ein erhöhtes Dosha in die nächste Jahreszeit mitnehmen.
Das heißt so viel wie: Wir versuchen den Mist, den wir in der vergangenen Jahreszeit angesammelt haben, loszuwerden. So können wir  frisch, neutral und ausbalancierter in die nächste Runde starten. Für unsere Wohnung ist das eine Selbstverständlichkeit und so machen wir das auch für uns selbst. Klingt ziemlich logisch, oder?

Die besondere Rolle Deiner Verdauungskraft

Im Ayurveda kommt der Verdauung für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden eine entscheidende Bedeutung zu. Deshalb heißt es: Du bist was Du verdaust.
Vielleicht hast Du schon einmal den Begriff Agni gehört? Agni heißt übersetzt Feuer. Darunter verstehen wir die Kapazität unserer Verdauung und des Stoffwechsels. Das bedeutet: Wie gut kann mein Körper das, was ich von außen zu mir genommen habe sortieren, aufspalten, aufnehmen und ausscheiden? Das bezieht sich sowohl auf die Nahrung, als auch auf alle Erlebnisse, Gefühle und Sinneseindrücke.

Mit so einer einwöchigen Reinigungskur wollen wir das Agni entlasten und die Stoffwechselrückstände, genannt Ama, mobilisieren und ausscheiden. Zudem unterstützen wir damit die Organe, die für Entgiftung zuständig sind, wie Leber und Nieren.
Wir entlasten auf körperlicher Ebene unser Verdauungssystem und den gesamten Stoffwechsel sowie auf der mentalen und psycho-emotionale Ebene. Dazu schalten wir ein paar Gänge runter, reduzieren Termine, nehmen uns bewusst Zeit für Selbstfürsorge, wie z. B. Spaziergänge an der frischen Luft und Reflektion. Damit entsteht in diesen Tagen der Raum, um herauszufinden, was wir beibehalten und was wir los werden möchten.

Einfachheit und Entschleunigung, das sind die Prinzipien der ayurvedischen Reinigungswoche

Über die ganzen 7 Tage gab es drei warme Mahlzeiten am Tag mit ausreichend Pausen dazwischen.
Die Gerichte waren vegan.
Fett und Salz wurden sparsam eingesetzt und es gab nichts Gebratenes.
Auf Zucker, Alkohol oder Kaffee verzichteten wir in dieser Woche ganz.
Beim Getreide beschränkten wir uns die ganze Woche über auf Reis, um die Verdauung möglichst wenig zu belasten.
Als Zwischenmahlzeiten standen warme Getränke wie Tee, warmes Wasser, Chai-Tee oder die abendliche Moon-Milk auf dem Speiseplan...yummmy!!!

So sah der grobe Rahmen der Cleanse-Woche aus:

2 Entlastungstage:
Warmes Frühstück, Kitchari mit grünem Gemüse und Gemüsesuppe am Abend.

3 Reinigungstage ( Cleanse)
Ein- bis Dreimal Kitchari ohne Gemüse.
(1 - 2 Mahlzeiten werden durch eine selbst gekochte Gemüsebrühe ersetzt)

2 Aufbautage:
Warmes Frühstück, Kitchari mit grünem Gemüse und Gemüsesuppe am Abend.

Kitchari, das ayurvedische Fastengericht

Jetzt fragst Du Dich vielleicht was Kitchari ist!?
Das ist das ayurvedische Fastengericht. Eine Art Eintopf aus Reis und Mung-Dal, mit oder ohne Gemüse.

Und was ist Mung-Dal??
Das sind halbe, geschälte Mungbohnen, die den Körper zusammen mit dem Reis optimal mit Eiweiß und Kohlehydraten versorgen. Ich warne Dich gleich vor, Mung Dal gibt es nur in ausgewählten Bioläden, evtl. musst Du es sogar im Internet bestellen. Die Mungbohnen sind keine Alternative. Es ist leichter bekömmlich als die meisten anderen Hülsenfrüchte und deshalb  eine tolle, pflanzliche Eiweißquelle wenn Du eine sensible Verdauung hast.

Du kannst Kitchari jederzeit in Deinen alltäglichen Speiseplan aufnehmen. Es bietet sich an, Kitchari immer dann zu essen, wenn Du Deiner Verdauung eine Verschnaufpause verschaffen möchtest. Es gibt Kitchari-Variationen wie Sand am Meer, ich lass mich gerne im Netz inspirieren und probiere verschiedenen Varianten aus.

Wenn Du es ausprobieren möchtest, hier kannst Du das Rezept von Dania Schumann aus meiner letzten Reinigungswoche im Frühling 2022, herunterladen. 

Die Reinigungstage sind das Herzstück der Kur

Die Reinigungstage von Freitag bis Sonntag waren so gewählt, dass ich mir genügend Zeit für tägliches Yoga, Meditation und Reflexion/ Journaling nehmen konnte. Allgemein habe ich mir in der ganzen Woche weniger vorgenommen als sonst und mehr Pausen gemacht. Damit entstand der Raum für nährende Selfcare-Rituale wie warme Ölmassagen, Baden, Sauna oder Bewegung an der frischen Luft.
Die Reinigungswoche verging wie im Flug und ich sehne mich schon jetzt wieder nach der Einfachheit und Langsamkeit zurück!!

Meine Learnings aus dem Cleanse...

...oder was ich unbedingt in meinen Alltag mitnehmen will:

Diese sieben Tage waren ein echter Booster, um Achtsamkeit in meinen Alltag zu bringen. Sowohl in Bezug auf Yoga, meine Ernährung oder für meine Wohlfühl-Routinen.

Drei warme Mahlzeiten mit der abendlichen Suppe sind einfach fein für eine entspannte Verdauung und ein angenehmes Bauchgefühl. Ich will mir im Alltag mehr Zeit nehmen, um Essen zuzubereiten, was ich leicht verdauen kann und was mich nährt.
Wenn ich langsamer esse merke ich wann ich satt bin und ab wann ich dabei bin, meine Verdauungskraft überzustrapazieren.
Großartig war, zu spüren, wie befreiend es ist, etwas weg zu lassen. Ich habe das nicht als Verzicht oder Mangel empfunden. Deshalb muss ich jetzt, nach dem Cleanse nichts nachholen oder mir endlich wieder genehmigen.

Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Cleanse im Herbst und auf das angenehm leichte (Körper)Gefühl!!!